Liberty Interviews – Christoph Möllers

von Redaktion

Christoph Möllers ist ein deutscher Rechtswissenschaftler. Er lehrt an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht ist. Möllers neuestes Buch heißt Freiheitsgrade.

Was heißt Freiheit für Sie?

Keinen Chef zu haben.

Welches Buch (oder Bücher) haben Sie bisher am meisten verschenkt? Oder: welche ein bis drei Bücher hatten den größten Einfluss auf Ihr Leben?

Gratians „Handorakel“, in dem über Freiheit auf den ersten Blick nichts steht, das aber lehrt, sich in unfreien Zuständen zurecht zu finden.

Was erwarten Sie in puncto Freiheit vom 21. Jahrhundert?

Das Problem mit solchen Fragen ist, dass sich nicht nur die Verhältnisse, sondern auch unser Begriff von Freiheit verändert. Trotzdem denke ich, dass es weniger selbstverständlich werden wird, sich auf sie berufen zu können.

Wo sind für Sie die Grenzen der Freiheit? Wann muss Freiheit eingeschränkt werden?

So wird oft gefragt, vielleicht sollte man andersherum fragen. Wir sind nicht von Natur aus frei, um dann beschränkt zu werden, sondern wir müssen uns Umstände bauen, unter denen wir frei sein können – immer wieder neu.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Freiheit in den letzten 100 Jahren?

So lange Zeiträume kann man ja nur ambivalent beurteilen. Dass heute mehr Menschen in Europa von sich sagen können, frei zu sein, als vor hundert Jahren, wird man aber wohl sagen können.

Wenn Sie eine riesige Botschaft am Brandenburger Tor platzieren könnten, was würde darauf stehen und warum?

Das Anbringen von Sinnbotschaften erinnert mich immer an den real existierenden Sozialismus.

Welchen Rat würden Sie einem klugen, motivierten Studenten geben, der gerade sein Studium abgeschlossen hat und in die Jobwelt eintritt? Welchen Rat würde Sie ihm raten zu ignorieren?

Überlegen Sie, ob Sie nicht noch etwas erleben wollen, bevor Sie anfangen zu arbeiten, danach ist es schwierig, wieder herauszukommen. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, früh mit der Arbeit anzufangen.

Lieber eine freie, aber arme Gesellschaft oder eine prosperierende Diktatur?

Das hängt so etwas davon ab, wie man Armut definiert. Wer hungert, kann nicht frei sein.

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