Liberty Interviews – Titus Gebel

von Redaktion

Titus Gebel ist ein deutscher Unternehmer. Der promovierte Jurist hat das Konzept Freier Privatstädte entwickelt (und ein Buch darüber geschrieben) und ist CEO von Tipolis, einem Unternehmen, das Sonderwirtschaftszonen entwickelt. Gebel war zuvor Gründer und CEO von der Deutsche Rohstoff AG.

Was heißt Freiheit für Sie?

Freiheit bedeutet die Abwesenheit von menschlichem Zwang. Freiheit meint somit das Recht zum selbstbestimmten Handeln. Wenn ich von anderen zu einem Handeln gezwungen werde, das ich sonst nicht an den Tag legen würde, bin ich nicht frei. Die meisten Freiheitsdefinitionen sind Nebelkerzen, die von diesem einfachen Sachverhalt ablenken wollen. 

Welches Buch (oder Bücher) haben Sie bisher am meisten verschenkt? Oder: welche ein bis drei Bücher hatten den größten Einfluss auf Ihr Leben?

Liberalismus von Ludwig von Mises, Der Streik von Ayn Rand und mein eigenes Buch Freie Privatstädte. Diese drei hatten auch den größten Einfluss auf mein Leben.   

Was erwarten Sie in puncto Freiheit vom 21. Jahrhundert?

Zunächst einmal die ausdrückliche und bewusste Entscheidung der Mehrheit für mehr Unfreiheit, Kontrolle und Zwang. Dann das Aufkeimen von Parallelstrukturen und neuen Ordnungen, geschaffen durch eine freiheitsliebende Minderheit. Es gibt Grundsätze und Ideale, die sich gegenseitig ausschließen; sie können nicht zur gleichen Zeit in ein und derselben Gesellschaft existieren. Und es gibt historische Momente, in denen sich neue Gemeinschaften bilden. Im Allgemeinen entstehen diese Gruppen entweder aus dem Wunsch, andere zu kontrollieren, oder aus dem Wunsch, frei zu bleiben. Wir leben in solchen Zeiten.

Wo sind für Sie die Grenzen der Freiheit? Wann muss Freiheit eingeschränkt werden?

Die Freiheit des Einen wird begrenzt durch die des Anderen. Jedes Leben in der Gemeinschaft bedarf der Regeln, die notfalls zwangsweise durchgesetzt werden müssen. Zur Frage welche Regeln das sind, gibt es aber keinen Goldstandard, auch keinen libertären, weil Menschen verschieden sind. Deshalb sollten wir am besten in solchen Gemeinschaften leben, die in dieser Hinsicht unserer eigenen subjektiven Wertung am ehesten entsprechen. Dann würde sich ein reich gegliedertes System von Kooperationsgemeinschaften herausbilden, die durch komplexe Bündel von ähnlichen „Zwangsbilanzen” bezüglich der jeweils als zentral erachteten Regeln des Zusammenlebens gekennzeichnet wären. Viele politische Konflikte würden so gar nicht erst auftreten. 

Wenn Sie eine riesige Botschaft am Brandenburger Tor platzieren könnten, was würde darauf stehen und warum?

ES GIBT KEIN RECHT AUF KOSTEN ANDERER ZU LEBEN. Die Gegenauffassung ist der Hauptirrtum des 20. Jahrhunderts. Wenn es nämlich ein solches Recht gäbe, müsste es zwingend auch eine spiegelbildliche Pflicht für irgendjemanden geben, diesen Lebensunterhalt ohne Gegenleistung zu erbringen. In letzter Konsequenz bedeutet das Sklaverei. 

Welchen Rat würden Sie einem klugen, motivierten Studenten geben, der gerade sein Studium abgeschlossen hat und in die Jobwelt eintritt? Welchen Rat würde Sie ihm raten zu ignorieren?

Gehen Sie in ein erfolgreiches, nicht zu kleines mittelständisches Unternehmen und lernen Sie dort ein paar Jahre wie Unternehmensabläufe, Zusammenarbeit und Märkte funktionieren, bevor sie sich selbständig machen oder den nächsten Job annehmen. Großunternehmen sind heutzutage leider zu „woke“ geworden. Meiden sie den Staat und staatsnahe Betriebe als vermeintlich sichere Arbeitgeber. Die Sicherheit staatlicher Bezüge und Pensionen ist in einigen Jahren passé.   

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