Liberty Interviews – Stephan Livera

von Redaktion

Stephan Livera ist Podcaster. Sein Podcast (der Stephan Livera Podcast) setzt sich hauptsächlich mit Bitcoin auseinander. Er ist auch darüber hinaus unternehmerisch aktiv, wie bei Bitcoiner Ventures. Er stammt aus Australien.

Wann haben Sie zum ersten Mal in Ihrem Leben den Wert von Freiheit erkannt?

Ich wurde im Alter zwischen 14 und 15 zum Libertären, als ich die Mises-Daily-Artikel auf mises.org gelesen habe. Die Ideen, die ich dort gelesen habe, haben einfach mehr Sinn ergeben als das, was in der Schule vermittelt wurde oder was ich damals in Australien in den Zeitungen gelesen habe.

Welches Buch hatte den größten Einfluss auf Ihr Leben?

Ich habe viele austro-libertäre Bücher gelesen. Das vielleicht klarste Statement zur österreichischen Herangehensweise ist Hoppes Economic Science and the Austrian Method.

Und welcher Denker hatte den größten Einfluss auf Sie?

Da würde ich Hans-Hermann Hoppe nennen.

Was ist Freiheit und wo liegen ihre Grenzen?

Ich betrachte Freiheit hauptsächlich vom Standpunkt des Eigentumsrechts. Demnach gehört dir grundsätzlich dein Körper und du kannst Eigentum besitzen. Innerhalb dieser Grenzen und solange du nicht in die Persönlichkeit und das Eigentum anderer eingreifst, solltest du Freiheit genießen.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Freiheit in den letzten Jahrzehnten? Was ist zurzeit ihre größte Bedrohung?

Viele reden von einem “Marsch durch die Institutionen” und ich glaube, dass linke Etatisten über einen längeren Zeitraum darin erfolgreich gewesen sind. Sie haben die Medien, Hollywood und vieles mehr für sich eingenommen. Falsches ökonomisches Denken wird es Gesellschaften erschweren, zu prosperieren. Sie werden dumme Dinge tun, wie Preiskontrollen einzuführen, um mit Engpässen umzugehen. Sie rufen nach “Klimamaßnahmen”, während sie den praktischen Nutzen von fossilen Brennstoffen verleugnen.

Die derzeit größte Bedrohung ist aber gerade die Mentalität des Otto Normalverbrauchers, der anscheinend denkt, dass alles, was ihm gefällt, subventioniert und all das, was ihm nicht gefällt, verboten werden sollte. Besonders schlimm steht es in den reicheren, sogenannten ‘freien’ Ländern wie Australien, USA, UK, Kanada oder Neuseeland.

Brauchen wir Freiheit in den nächsten Jahrzehnten?

Natürlich, aber jene Menschen, die nach Freiheit streben, täten vielleicht gut daran, sich den Möglichkeiten in anderen Ländern zuzuwenden, die bessere Bedingungen wie niedrigere Steuern oder bessere Standortfaktoren für die Wirtschaft bieten.

Wenn Sie eine riesige Botschaft am Brandenburger Tor platzieren könnten, was würde darauf stehen und warum?

Für den Großteil deines Lebens wurdest du über Geld belogen. Bitcoin ist die einzige pragmatische und dezentralisierte Alternative.

Was würden Sie einem jungen Menschen raten, der gerade ins Berufsleben eintritt? Welchen Rat sollte er ignorieren?

Wenn du jung bist und am Anfang deiner Karriere stehst, solltest du keine Angst davor haben, gut überlegte Risiken und Chancen einzugehen. Schaue mit offenen Augen in die Welt und auf die vielen Möglichkeiten, die es jenseits deines Heimatlandes gibt. Du kannst das Schicksal zu deinen Gunsten beeinflussen, indem du in Niedrigsteuerländer ziehst und dort nach Karrieremöglichkeiten Ausschau hältst.

Und  habe zweitens keine Angst, dein eigenes Unternehmen oder einen Nebenerwerb zu schaffen. Die Kapitalbeteiligung an einem Unternehmensprojekt wird dich so viele Dinge lehren und kann dich viel reicher machen als die Arbeit in einem klassischen Unternehmen, wo du versuchst dich hochzuarbeiten. Libertäre, die die Welt verändern wollen, sollten mit gutem Beispiel vorangehen. Libertäre glauben an den freien Markt und den Kapitalismus, also geht hinaus und praktiziert Kapitalismus!

Das Interview wurde auf Englisch geführt und von Max Molden und Stefan Kosak ins Deutsche übersetzt.

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